Samstag, 8. August 2009

Norwegen 2005 - Zu Land und Wasser - 03. Teil 1 - Stavanger

Stavanger

In der vergangenen Nacht gab es keine weiteren überraschenden Besuche, dafür einige Schauer. Aber das war nicht weiter überraschend, es hatte sich am Abend bereits angekündigt. Am Morgen war das alles Vergangenheit und das Frühstück schmeckte im Freien.


Vorplatz an der Petrikirche
In den vergangenen Jahren hatte ich die großen Städte absichtlich gemieden, mir aber vorgenommen Städte wie Stavanger, Bergen und Oslo in meine Planungen mit einzubeziehen. Aus diesem Grund beschloss ich nach dem Frühstück meine Vorsätze nicht schon am dritten Tag wieder zu kippen.



Stavanger Hafen
An der Rezeption des Campingplatzes bekam ich die freundliche Auskunft nach den besten Parkmöglichkeiten. Das Parkhaus am Ölmuseum ist ideal gelegen. Nur wenige Schritte zur Petrikirche und „Gamle Stavanger“, der Altstadt.


Schmale Gassen, gepflegte Häuser, Gamle Stavanger (Altstadt)
Es war ruhig in der Stadt. Die Menschen nutzten das schöne Wetter für ein ausgiebiges Frühstück im Freien oder folgten dem auffordernden Geläut der Kirchenglocken.

Weiß dominiert auch hier in Stavanger
Die Altstadt unterschied sich zumindest in einem Punkt von jener in Kristiansand, die ich bereits vorstellte. Viele der alten Häuser liegen in Hanglage, so dass die Altstadt terassenförmig ausgelegt ist. Steile Kopfsteinpflastergassen oder Treppenstiegen führen zu den überwiegend weiß getünchten Häusern.


Wo ein Hafen da finden sich auch Bars
Nach anderthalb Stunden kehrte ich zum Hafen zurück. Der Besuch des Ölmuseums war fest eingeplant. Schon das Gebäude wirkt in seiner Archiektur futuritisch. Vor dem Haupteingang sind bereits einige Exponate zu besichtigen. Ein großer Bohrkopf und ein Pumpenteil. Das Museum ist auf jeden Fall etwas für Technikbegeisterte.

Ölmuseum Stavanger
Tauchglocken, Rettungsglocken, Bohrköpfe, alles ausgemusterte Originalteile. Dazu viele Großmodelle und ein Kinosaal. Hier wird die Geschichte der Ölförderung in Norwegen mit historischen Aufnahmen erzählt. Sehr sehenswert mit einem kleinen Wermutstropfen, die Vorführungen finden nur in Englisch oder norwegisch statt.


Großmodell einer Bohrplattform
In den Nebenräumen kann man sich ein Bild vom Leben auf einer Bohrinsel verschaffen. Privat- wie Arbeitsräume sind mit ausgemustertem Interieur nachgebildet. Der dritte und letzte Raum hat es in sich. Schon am Eingang wird darauf hingewiesen, dass Kinder nur in Begleitung Erwachsener dort hinein dürfen.

Blick in eine Rettungsglocke
Der Raum ist stockfinster, erfüllt von Geräuschen, Klängen und Lichtspielen.


Ein ständig wechselndes Farbenspiel
Ich werde nicht weiter darauf eingehen oder erklären was es damit auf sich hat. Ich möchte es mit „psychedelic“ umschreiben, wobei diese Darbietung etwas ganz anderes erzählt. – Was? Finden sie es heraus. Ich fand es einfach fantastisch! Das Ölmuseum ist sein Geld wert und ein Besuch Stavangers ist allemal empfehlenswert.


erzählt eine Geschichte










Norwegen 2005 - Zu Land und Wasser - 02. Küstenstraße (RV 44)

Küstenstraße (RV 44)

Nachdem die kleine Katze in der Nacht schon für Aufregung gesorgt hatte, folgte noch vor dem ersten Frühstück unter freiem Himmel die Zweite. Mein Campingtisch zerbarst bei dem Versuch ihn aufzustellen. Die scharfkantigen Plastikteile verletzten mich dabei am Unterarm. Und noch heute, sechs Wochen später, ist die Narbe gut zu sehen.
Nun, der Tisch war noch bedingt einsatzfähig und so stand dem Frühstück unter Gottes blauem Himmel nichts im Wege.Die erste Etappe sollte mich nach Stavanger führen. Nicht einfach über die E 39, es sollte die Küstenstraße „Nordsøveien“ sein.

Holzkirche in Mandal
Von Langenes über Søgne zunächst Mandal. Erste Station und Zeit für einen kleinen Bummel durch den Ort. Die kleinen engen Gassen mit ihrem Kopfsteinpflaster und den überwiegend weiß gestrichenen Planken der Häuser, laden dazu ein. Neben diesen urgemütlichen Gassen ist die größte Holzkirche der Region sehenswert. Sie hat Platz für 1800 Menschen.


Blick auf den Fedafjord
Danach geht es weiter nach Lyngdal. Und obwohl ich mich noch immer auf der E 39 befinde wird das Fahren zunehmend anstrengender. Geradeaus fahren ist hier ein Fremdwort. Kurve folgt auf Kurve und Spitzkehre. Am Abzweig nach Lindenes, zum südlichsten Punkt Norwegens, lege ich einen kurzen Stopp ein. Grund ist der Kreisverkehr oder besser gesagt die Skulptur in der Mitte. Nachdem bei uns im Ort gerade ein Kunstobjekt, die Rübe, an dem ich nicht ganz unbeteiligt war, von der lokalen Presse niedergemacht worden ist, werde ich dieses Objekt zu Hause vorstellen.

Von hohen Bergen umgeben. der Jossingfjord
Die Landschaft in dieser Gegend ist geprägt von der letzten Eiszeit. Riesige, rundgeschliffene Felsformationen, wohin man blickt. Sie geben auch den Straßenverlauf vor. Und weil das Ganze so schön ist wird eine kleine Maut fällig. Vor fünf Jahren war das noch nicht der Fall. Und wenn ich das jetzt sarkastisch ausdrücken würde, klänge das so: „Das Schild >Toll Plaza< passt wie die Faust aufs Auge. Gleich hinter der Mautstation ein einziges Chaos. Hier entsteht ein neuer Tunnel. Eben Toll Plaza!“ Wobei ich bemerken möchte, dass Toll für Zoll oder eben Maut steht.

Rüttelstein bei Hauge
Zwischen Lyngdal und Flekkefjord ist auf jeden Fall die Aussicht auf den Fedafjord zu erwähnen. Ab Flekkefjord beginnt dann die eigentliche Küstenstraße. War es bisher schon sehr kurvenreich zugegangen, so wurde es nun richtig heftig. Spitzkehren, Engpässe, unübersichtliche Kuppen und dazu noch eine schlechte Fahrbahndecke. Da wird die Landschaft rasch zu Nebensache und das Vorwärtskommen erfolgt im Mofa Tempo. Viel mehr sollte wirklich nicht drin sein, sonst haut es einem irgendwann aus der Kurve oder aber die Eindrücke beschränken sich darauf, dass man später sagt: „Keine Ahnung wie es dort aussah, aber die Straßen, die waren schlecht.“

Kirche von Hauge
Kurz vor Hauge ein Abstecher zum Rüttelstein. Die Bequemen unter uns fahren mit dem Auto bis unmittelbar zur Sehenswürdigkeit. Ich entschied mich das Auto stehen zu lassen und mir ein bisschen Bewegung zu verschaffen. Von der Hauptstraße sind es knapp zwei Kilometer. Der sogenannte „Rüttelstein“ ist ein Felsblock von ca. 80 Tonnen, den man, auf Grund seiner Lage, mit einer Hand bewegen kann. Die Touristen machen wahrlich reichlich Gebrauch davon.

Meerblick bei Sola
Am späten Mittag erreiche ich dann den Ort Hauge. Zeit für ein Mittagessen und der Feststellung, dass ich schon zwei Stunden hinter der Zeit lag. Oder anders ausgedrückt, 150 Kilometer in fünf Stunden. Prima Leistung! – Stop! Da habt ihr etwas falsch verstanden. Ich bin hier schließlich im Urlaub und nicht auf der Flucht. Und meine Planung erhebt keinerlei Anspruch auf Erfüllung des vorgenommenen Pensums.


Schwerter im Berg bei Tananger / Stavanger

Nach einem einfachen aber schmackhaften Essen in einem kleinen Krø ging es weiter nach Egersund. Nun wurde der Straßenverlauf ruhiger und die Fahrbahnen breiter. So sah ich keine Veranlassung vom Plan abzuweichen und folgte der Küste bis Tananger. Wovon ich mich bereits verabschiedet hatte war ein Besuch in Stavanger, zumindest würde der nicht mehr am heutigen Tag stattfinden.

Tierleben auf dem Campingplatz Mosvangen - Stavanger
Die rundgeschliffenen Felsformationen waren weiten Wiesen und Feldern gewichen und gaben den Blick aufs Meer immer häufiger frei. Auffällig zwischen Egersund und Sola sind die Steinwalle auf den Äckern und Wiesen. Sie sollen wohl Schutz bieten vor den ewigen Winden, die vom Meer übers Küstenland ziehen. Direkt bei Sola hat man herrliche Blicke auf Meer und Sandstrände, dazu Wellen die das Surferherz höher schlagen lassen.
Das letzte Ziel für den heutigen Tag sollten die „.Schwerter im Berg“ sein. Die einen sagen in Tananger, andere wieder doch eher bei Stavanger.


Lachmöwe
>Wer nach einem Hinweis sucht wird sie niemals finden und wer nach einem Berg Ausschau hält sucht vergeblich.<
So könnte ein Orakel lauten. Immerhin besitze ich ein Mundwerk und auch den Schneid zu fragen wenn ich nicht weiter weiß und so blieb diese Skulptur nicht im Verborgenen. Wer von der RV 509 kommt fährt Richtung Stavanger bis zum Kreisverkehr vor der Shell- Tankstelle. Hier rechts und dann noch etwa einen Kilometer.
Und während ich das nun alles niedergeschieben habe, natürlich in der Sonne sitzend, habe ich mir sicher einen Sonnenbrand auf der Nasenspitze geholt. So ist das, der Urlaub muss Narben hinterlassen. Positive Narben.

und Bachstelze